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Fürstenzell




Bibliothek auf dem Brummer-Hof

Munzing bei Bad Höhenstadt

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Munzing - ein echter –ing-Ort aus der Frühzeit der bajuwarischen Besiedlung. Die ersten urkundlichen Zeugnisse über den Hof des Domkapitels von Passau stammen aus dem 12. Jahrhundert. Ursprünglich eine einzige Hofstelle, erscheint sie 1555 bereits als in drei Teile (Fuchs, Brummer, Resch) zerschlagen. Die Höfe waren beauftragt, im Wechsel den Zehent der Pfarrei Höhenstadt einzunehmen und an das domkapitlische Kelleramt in Passau abzuführen („Zehentbauern“).
Aus dem Brummer-Hof – die Besitzer schreiben sich Winkelhofer – sind mehrere Priester hervorgegangen. Der berühmteste von ihnen ist Sebastian Winkelhofer, der von 1743 bis 1806 gelebt hat. Nach seinen philosophischen und theologischen Studien, die er jeweils mit der Promotion abgeschlossen hat – die prachtvolle Promotionsurkunde befindet sich heute noch in der Familienbibliothek – wurde er 1772 zum Priester geweiht. Er erwarb sich als Prediger in Ingolstadt und Neuburg a. D. ein so bedeutendes Ansehen, dass er 1794 als Hofprediger an die Michaelskirche in München berufen wurde.
Der Nachlaß des Sebastian Winkelhofer ist nach dem Tode in sein Vaterhaus nach Munzing gelangt. Mit zahlreichen Ausgaben lateinischer und griechischer Klassiker bildet er den Grundstock der Bibliothek auf dem Brummer-Hof. Sie wurde später durch die Nachlässe weiterer Priester aus dem Hof und des Reichstagsabgeordneten Benedikt Winkelhofer sowie durch Zukäufe von Josef Winkelhofer sen. erweitert. Diese Brummerhof-Bibliothek ist ein in dieser Gegend wohl einmaliges kulturelles Denkmal. Neben dem Bibliotheksraum befindet sich die Privatkapelle des Hofes. Nach einem Brand des Gebäudes im Jahre 1993 wurden beide Räume neu gestaltet.