Festsaal des ehem. Zisterzienserklosters Fürstenzell
Wegen Verkauf des Gebäudes bis auf weiteres geschlossen.
Marienplatz
94081 Fürstenzell
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Der Saal im 2. Obergeschoss des Westflügels ist schon von außen durch das höher aufragende Mansarddach und die fünf dekorativen, zweistöckig aufgebauten Fensterachsen hervorgehoben. Der 12 x 17 Meter große Raum nimmt die ganze Tiefe des Flügels ein
Für die Ausgestaltung des Innenraumes mit Architekturmalerei gewann der Abt Vinzenz Paul Fischer. Der 1729 in Fürstenzell geborene Professor für Ornamentik, Optik und Perspektive an der Kaiserlichen Akademie Wien war in seiner Jugend vom Kloster Fürstenzell gefördert worden und konnte jetzt dem Kloster dafür seinen Dank abstatten. Er war ein Meister der Scheinarchitektur und überzog die Wände des Saales mit gemalten Pilastern, Kapitellen, Gebälken und Gesimsen, malte verblüffend täuschende Durchblicke in Nebenräume und verteilte dekorativ Vasen, Medaillons, Akanthusblätter und Kartuschen. Blumen und Laubgirlanden lassen das Rokoko noch nachklingen, aber der Raum gehört bereits dem Stil des Klassizismus an. Die zurückhaltende, fast monochrome Farbgebung und die in noblem Grau ausgeführten Bilder und Porträtmedaillons sind Ausdruck des neuen Stiles, der nach antikem Vorbild auf Strenge und Würde bedacht war. Auch Joseph Deutschmann hat sich bei seinem eleganten, dunkel getönten Eichenholzportal zum Festsaal bereits an diese Anweisung gehalten.
In erfrischendem Kontrast zur Strenge der Formen und verhaltenen Farbgebung der Malerei an den Seitenwänden steht das Deckenfresko des Bartolomeo Altomonte. Er war Mitglied der Akademie der bildenden Künste in Wien und zählt zu den bedeutendsten Freskanten des österreichischen Barock.
Das Bild ist eine Hymne auf Bayern und sein Herrscherhaus, mit dem sich das Kloster immer eng verbunden fühlte. Nicht von ungefähr haben Ort und Kloster den „fürstlichen“ Namen und im Wappen die Herzogskrone Heinrichs XIII. von Niederbayern.
Vor dem blauen Himmelshintergrund wird die als Herrscherin dargestellte Bavaria von drei Personengruppen umgeben, die das Land Bayern auszeichnen: die Künste, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft und nicht zuletzt die Kirche. Eine vierte Gruppe – Häretiker, die im katholischen Bayern nichts verloren haben - wird vom Erzengel Michael in den Abgrund gestoßen.
Von 1997 bis 2001 wurden umfangreiche Reparaturarbeiten am Dachstuhl und Sicherungsarbeiten am Deckenbild und die Restaurierung der Wandmalereien durchgeführt. Der Festsaal dient seit 1931 als Hauskapelle des Klosters.
Wegen Verkauf des Gebäudes ist der Festsaal bis auf weiteres geschlossen!!
