Wilhelm Diess - Geburtshaus
Bad Höhenstadt 25
94081 Fürstenzell
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Bad Höhenstadt ist der Geburtsort des Dichters Wilhelm Diess. Im ehemaligen Schulhaus ist er am 25. Juni 1884 als Sohn des Lehrers Johann Nepomuk Diess auf die Welt gekommen. Hier erlebte er eine unbeschwerte Kindheit, bis im Jahre 1894 sein Vater nach Pocking versetzt wurde. Ein halbes Jahr verbrachte Wilhelm am Gymnasium Passau. Nachdem ihn das Heimweh nach Hause getrieben hatte, wurde er ans Gymnasium nach Landshut geschickt. Untergebracht war er – wie Hans Carossa – im Königlichen Studienseminar. Sein Vater starb 1902, die Mutter zog zum Sohn nach Landshut. Nach dem Abitur nahm Wilhelm Diess in München das Studium der Rechtswissenschaft auf und beendete es mit der Promotion. Am Ersten Weltkrieg nahm er als Freiwilliger teil. Obwohl er auf Grund seines erfolgreichen Examens in den Staatsdienst hätte aufgenommen werden können, lehnte er ab und eröffnete eine Anwaltskanzlei. Dem rasch um sich greifenden Nationalsozialismus stand er ablehnend gegenüber. Er beschäftigte sich vielmehr mit künstlerischen und standespolitischen Fragen. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zog er sich auf den kleinen Bauernhof in der Nähe von Tegernsee zurück, den er im Jahre 1925 erworben hatte. Dorthin lud er seine Freunde ein, bildende Künstler, Volksmusiker und Schriftsteller, und trug ihnen seine Erzählungen vor, die 1936 unter dem Titel „Stegreifgeschichten“ veröffentlicht wurden. Nach dem Zusammenbruch wurde er als Ministerialrat an das Justizministerium berufen, später an das Kultusministerium versetzt und wirkte als Generalintendant der Bayerischen Staatstheater. Von 1946 an lehrte er an der Universität München Urheber- und Erfinderrechte. Er war Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Sein Werk besteht aus Erzählungen in mehreren Bänden über Begebenheiten, die sich tatsächlich in seiner niederbayerischen Heimat zugetragen haben.
Die Gemeinde Bad Höhenstadt verlieh ihm am 9. Oktober 1955 die Ehrenbürgerwürde. Am 13. September 1957 ist er in München nach kurzer Krankheit gestorben.
Eine Bronzebüste, künstlerisch gestaltet von seiner Tochter Ursula Kemser-Diess, wurde 1983 am nordwestlichen Aufgang zur Pfarrkirche Höhenstadt aufgestellt. Mit den Erzählungen „Wie der Pfarrer von Höhenstadt seinen Tod ankündigte“ und „Frau Bas“ hat Wilhelm Diess seinem Geburtsort ein unvergängliches literarisches Denkmal gesetzt.
